Schutzausrüstung Leitfaden

Stand: Januar 2019

Der Ursprung unserer Kampfkunst mag zwar historisch sein, um ein sicheres Training zu gewährleisten kommt bei uns moderne Schutzausrüstung zum Einsatz.

Mindestausrüstung ist eine 1600N Maske, Handschuhe, Halsschutz und eine Fechtfeder. Danach ist die nächste sinnvolle Investition eine Fechtjacke und ein Hinterkopfschutz für die Maske.

Wollt ihr intensiver trainieren und z.B. auf ein Turnier fahren braucht ihr zudem zwingend Knie- und Ellbogenschützer, für Männer Tiefschutz und für Frauen ein Brustschutz. Hilfreich können noch Unterarm und Schienbeinschoner sein, sowie Maskenpolsterung und zusätzliher Hüftschutz z.B. durch eine gepolsterte Hose fürs historische Fechten.

Ihr könnt alle hier gelisteten Ausrüstungsgegenstände bis auf die Uhlmann Masken bei Trainingsschwerter.eu erwerben und bekommt als DDHF Mitglieder Rabatt.

Fechtmaske

Der wichtigste Teil der Schutzausrüstung ist die Fechtmaske, denn der Kopf ist das wichtigste und zugleich empfindlichste Ziel der historischen Techniken.

Die verwendeten Fechtmasken mit 1600N werden mit einem Hinterkopfschutz und zusätzlicher Polsterung aufgerüstet oder können in entsprechender Ausführung direkt als historischer Fechtbedarf gekauft werden.

Wir empfehlen die Maske (unbedingt 1600N!) zwecks Anprobe persönlich bei Uhlmann in Laupheim zu kaufen. Dazu mindestens einen Tag vorher telefonisch Bescheid geben. Als Mitglieder der SSV Fechtabteilung bekommt ihr Rabatt.

Handschuhe

Unsere Empfehlung für Handschuhe sind die Sparring Gloves in der Hoof oder Mittens Ausführung. Nicht nur bieten diese den besten Kompromiss aus Schutz und Beweglichkeit, sie gehören auch zu den günstigen High End Handschuhen und haben exzellenten Kundenservice.

Ebenfalls denkbar sind die SPES Heavy Gloves.
Andere Hersteller wie Neyman Fencing kommen nicht an oben genannte Modelle heran und sollten nicht gekauft werden!

Anfänger setzen zum Teil Red Dragon Gloves bzw Lacrosse/Eishockey Handschuhe ein, diese sind für härteres Langschwert Sparring allerdings nicht geeignet! Red Dragon Gloves haben zudem sehr schlechte Qualitätskontrolle, früher oder später müssen diese Handschuhe also ohnehin ersetzt werden und damit kauft man zweimal.

Halsschutz

Bei Stichen zum Hals reicht der Schutz der Fechtmaske und der Jacke alleine nicht aus!

Ein guter Halsschutz muss eine feste Einlage sowie einen ausreichend großen Latz haben, der das Schwert davon abhält einfach unter den Halsschutz zu ruschen.

Hier bieten sich Halsschützer von PBT Historical Fencing an.

Fechtjacke

Kauft euch auf die Anforderungen des historischen Fechtens zugeschnitte Fechtjacken wie die die Axel Pettersson und Gdanks Pro von SPES oder die Jacken von Neyman Fencing.

Die SPES Jacken von auf großen internationalen Turnieren und Events der De facto Standard. Jacken aus dem olympischen Fechten oder Reenactment Gambesons sind nicht für das historische Fechten geeignet!

Weitere Hersteller von Fechtjacken sind Black Armory und Gajardoni.

Hinterkopfschutz

Olympische Fechtmasken haben keinen Schutz am Hinterkopf und müssen nachgerüstet werden.

Es gibt Hinterkopfschutz einzeln zum einsetzen oder gleich in Kombination mit Maskenpolsterung zum überziehen. Nicht zu jeder Maske passt jeder Hinterkopfschutz gleich gut, für unsere Uhlmann Masken passen das Modell Vectir und die kombinierte Variante von Spes.

Tiefschutz für Männer / Brustschutz für Frauen

Vor allem für Männer ist ein Tiefschutz, etwa aus dem Hokey oder Lacrosse unabdingbar. Es gibt allerdings auch speziellen Tiefschutz für Frauen, der ebenfalls sinnvoll sein kann.

Für Frauen ist zusätzlicher Brustschutz z.B. aus dem Sportfechten wichtig. Hierbei sollte auf eine gute Passform geachtet werden.

Knie-, Ellbogen- & Schienbeinschoner

Die Knie und Ellbogen müssen bei intensivem Sparring und auf Turnieren zwingend geschützt werden, da es sich hierbei um Körperteile handelt die zu leicht Schaden nehmen könnten.

Eine günstige Möglichkeit ist es sich Modelle aus dem Inliner- oder Motocrossbereich mit harten Einlagen anzuschauen, die man eventuell auch noch daheim hat. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die Knieschoner auch die Seiten des Knies mit einer harten Schale umhüllen.

Ein Schienbein- und Knieschonermodell dass sich bei uns bewährt hat sind die O’Neal Pumpgun Schützer aus dem Downhill Sport.

Maskenpolsterung

Maskenpolsterung dient dazu den Hieben zum Kopf etwas Energie zu nehmen und trägt zur Langlebigkeit der Fechtmaske bei. Es ist gut hier Zusatzpolsterung zu haben, hat aber gegenüber anderen Ausrüstungsteilen keine Priorität und es kann lange ohne Polsterung gefochten werden. Geschickt ist es häufig, sich gleich einen Hinterkopfschutz mit eingebauter Maskenpolsterung zu kaufen.

Wir verwenden mit den Uhlmann Masken Modelle von Spes mit integriertem Hinterkopfschutz und separate Polsterung.

Unterarmschützer

Die Unterarme werden zwar häufig getroffen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit sich an den Unterarmen trotz Fechtjacke ernstlich zu verletzen eher gering, weshalb historische Fechter hier sehr unterschiedliche Ausrüstung bevorzugen.

Einige verwenden sehr leichte und dünne Schützer, einige sehr dicke und viele auch gar nichts zusätzlich zur Jacke.

Der Ellbogen muss im Gegensatz zum Unterarm auf jeden Fall durch eine feste Hülle zusätzlich zur Fechtjacke geschützt werden.

Hüftpolsterung

Die Hüften sind ein Bereich in dem man eher selten getroffen wird, weshalb hier in der Regel als letztes Schutzausrüstung gebraucht wird. Es gibt zum einen Hosen für das historische Fechten von Spes, PBT und Neyman mit Hüftpolsterung und einen Rock von Spes zum überziehen.

Rucksack & Tragetaschen

Wer alles an obiger Ausrüstung besitzt wird schnell feststellen, dass eine ausreichend große Tasche eine gute Idee ist, darum hier noch ein Tipp zum Abschluss: Kauft euch eine Rucksack/Taschenkombination mit Rollen wenn ihr das Geld dafür übrig habt wie diesen Kampftragesack mit Rollen.

Euer Rücken wird es euch spästens bei der Anreise zum nächsten Event danken. 😉